Dienstag, 26. März 2013

Recruiting Trends 2013: Studien rund um Personalbeschaffung

Die Studienreihe „Recruiting Trends“ bietet einen aktuellen und umfassenden Überblick rund um die Personalbeschaffung in Deutschland.

Seit rund 10 Jahren untersucht das Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) der Universitäten Bamberg und Frankfurt am Main in Kooperation mit der Monster Worldwide Deutschland GmbH jährlich die Thematik Personalbeschaffung.
Im Fokus der repräsentativen Studien stehen neben Großunternehmen der Mittelstand und die Bewerber selbst. Zudem werden die Studien durch Branchenanalysen und Fallstudien angereichert.

Hier ein paar ausgewählte Schlaglichter aus den aktuellen Studien:
Bei Großunternehmen steht neben übergreifenden (Recruiting-)Themen wie demografischer Wandel und Fachkräftemangel die (nach innen gerichtete) Thematik Mitarbeiterbindung im Fokus.
Während sich der Einsatz von Social Media im Bereich Employer Branding etabliert, wird Social Media zur Personalbeschaffung eher noch zurückhaltend genutzt.
Die Bedeutung von Direktansprache (Active Sourcing) und Mobile Recruiting (Smartphone, Tablet-PC) nimmt zu. Jedoch existiert in diesen Bereichen noch Nachholbedarf (z.B. hinsichtlich Einsatz von Recruitern für die gezielte Ansprache, Aufbau bzw. Nutzung von Talent Pools, Optimierung von Stellenanzeigen bzw. Internetauftritten, etc.).

Auch im Mittelstand sind Neueinstellungen geplant. Aufgrund der Rahmenbedingungen ähneln die aktuellen Herausforderungen grundsätzlich denen von Großunternehmen.

Die Kandidatenseite ist durch eine hohe Wechselbereitschaft gekennzeichnet. Rund ein Drittel der Befragten plant konkret einen Stellenwechsel, 59% der Befragten erwägen demnächst eine berufliche Neuorientierung.
Der aktuelle Job ist grundsätzlich zufriedenstellend, jedoch enttäuschen insbesondere Gehalt und Karrieremöglichkeiten. Der neue Job soll daher ein gutes Arbeitsklima, gute Karrieremöglichkeiten, flexible Arbeitszeiten, Work-Life-Balance und eine offene Unternehmenskultur bieten. Aspekte wie Gehalt oder Markenbekanntheit rücken dafür in den Hintergrund.
Social Media-Anwendungen werden generell genutzt, für eigene berufliche Zwecke jedoch noch zurückhaltend.
Die Personaler des eigenen Unternehmens werden als Ansprechpartner für Karrierefragen kaum geschätzt. Vielleicht herrscht eine generelle Skepsis vor, die aus (negativen) Eindrücken in den Vorstellungsgesprächen resultiert. Deswegen haben 60% der befragten Kandidaten bereits mindestens einmal ein Jobangebot abgelehnt.
Mangelhaft wahrgenommen wird auch die Unterstützung von Seiten der Unternehmen bei der Integration neuer Mitarbeiter, das Angebot flexibler Arbeitszeiten sowie die Bemühungen um die Integration älterer Mitarbeiter bzw. ausländischer Stellensuchender.

Fazit

Die Themen überraschen nicht wirklich. Es wirkt jedoch beruhigend, dass sie erkannt sind und zunehmend aufgegriffen werden. Aus meiner Sicht können von den Studien Unternehmer, Personaler, Führungskräfte und Mitarbeiter profitieren: Der Einblick in den Status Quo ermöglicht die Reflexion eigener (geplanter) Aktivitäten und die Ableitung entsprechender Maßnahmen.
Wichtig erscheint mir im Hinblick auf Unternehmen neben der Wahrung von Authentizität die Fokussierung auf Aktivitäten mit hohem Hebeleffekt hinsichtlich Wertschätzung, Motivation bzw. Mitarbeiterbindung. Die Anforderungen bzw. Erwartungen der internen Zielgruppe(n) sind ja seit längerem bekannt.

Links (Abruf 25.03.2013):
Mitteilung der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Recruiting Trends 2013: Details, Management Summary
Recruiting Trends 2013 Mittelstand: Details
Bewerbungspraxis 2013: Details, Management Summary

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