Dienstag, 7. Mai 2013

Corporate Social Responsibility, Corporate Volunteering und Personalmarketing: Erfahrungen, Studien

Für ihre Bemühungen rund um Corporate Social Responsibility (CSR), also besonders verantwortungsvolle Unternehmensführung, wurden im April 2013 im Rahmen von zwei Preisverleihungen mehrere Unternehmen ausgezeichnet. Was bewirkt in diesem Zusammenhang „Corporate Volunteering“ insbesondere aus Personalmarketing-Sicht?


Auszeichnungen für besonderes Engagement

Aus dem Kreis der Finalisten aus verschiedenen Kategorien wählte die Jury des Deutschen CSR-Preises die Preisträger 2013 aus. Die Preisverleihung fand Anfang April 2013 im Rahmen des jährlichen „Deutschen CSR-Forums“ statt. Ausgezeichnet wurden vier Unternehmen und eine Privatperson.

Ende April 2013 erfolgte die Verleihung des CSR-Preises der Bundesregierung. Preisträger sind Unternehmen verschiedener Größenkategorien. U.a. wurde die Verankerung sozialer Projekte mit einem Preis geehrt.

Fokus Corporate Volunteering: Erfahrungen

Im Rahmen des sog. Corporate Volunteering (CV) sind zwei Arten verbreitet: Unternehmen fördern entweder das private gesellschaftliche Engagement ihrer Mitarbeiter oder sie organisieren direkt entsprechende CSR-Aktivitäten. Am bekanntesten sind „Freiwilligentage“: Mitarbeiter unterstützen ein bis zwei Tage bestimmte soziale Projekte und werden dafür vom Unternehmen freigestellt. Ernsthaft betrieben, leisten solche Aktivitäten zudem einen wertvollen Beitrag zum Personalmarketing bzw. zur Steigerung der Arbeitgeberattraktivität.

Ich skizziere kurz persönliche Erfahrungen aus der Begleitung von CV-Programmen: Mitarbeiter sind meist sehr engagiert, freiwillig einen sichtbaren Beitrag zu sozialen Projekten mit lokalem bzw. regionalem Bezug zu leisten. Solche Projekte können zudem im Rahmen der Unternehmenskommunikation entsprechend publik gemacht werden („tue Gutes und rede darüber“).
Bemerkenswert sind aber auch die Effekte hinsichtlich Personal- bzw. Organisationsentwicklung. Durch die Projektarbeit kann die Motivation der teilnehmenden Mitarbeiter und Führungskräfte gesteigert werden. In der Regel sind sie stolz, richtig „anpacken“ zu können. Ihre dabei gewonnenen Erfahrungen sind auch für den Arbeitsalltag wertvoll. Denn je nach Projekt werden beispielsweise auch soziale bzw. persönliche Kompetenzen gestärkt und der Zusammenhalt intensiviert. Schließlich erhalten die Mitarbeiter die Chance, nicht nur neue Aufgaben und Rollen, sondern auch ihre Kollegen, Führungskräfte bzw. ihr Unternehmen von einer anderen Seite kennenzulernen. Kurz: CV fördert insbesondere Motivation, Selbstbewusstsein, Teamfähigkeit und die Identifikation mit dem Unternehmen.

Damit diese Wirkungen eintreten bzw. anhalten, ist empfehlenswert, ein Gesamtkonzept zu erstellen. Es gibt den Rahmen und ggf. das Motto vor, in dem die Aktivitäten regelmäßig (i.d.R. jährlich) durchgeführt werden. Neben der Konzeption sowie der Abstimmung mit Geschäftsleitung und Betriebsrat kommt auf die Personalabteilung auch durch die Koordination Einiges an Arbeit zu.
Zur Vereinfachung empfiehlt sich u.a., im Voraus möglichst viele Fragen zu klären: Umgang mit Zeit, Haftungs-/Versicherungsfragen, finanzielle Budgets, Transport, Umgang mit Medienvertretern vor Ort, Abschlussveranstaltung(en), Zusage von Folgeprojekten, etc.
Externe Partner bzw. spezialisierte gemeinnützige Organisationen können die Projektauswahl und -koordination unterstützen. Alternativ können auch eigene Wettbewerbe ausgelobt werden. Aus den eingereichten Vorschlägen werden dann Projekte ausgelost bzw. gezielt ausgewählt. Die Mitarbeiter entscheiden dann selbst, in welchem Projekt sie sich engagieren.
Die Feinkoordination und Umsetzung der einzelnen Projekte kann in die Hände der jeweiligen Mitarbeiterteams gelegt werden. Sinnvoll ist, Teamkapitäne zu benennen, die als Ansprechpartner, Multiplikator bzw. Koordinator fungieren.

Fazit: Gesellschaftliches Engagement lohnt

Für Unternehmen bietet sich an, sich auch gesellschaftlich zu engagieren. Die Planung und Durchführung entsprechender Maßnahmen kann gerade für kleinere Unternehmen eine besondere Herausforderung darstellen. Doch auch der Mittelstand kann davon profitieren – nicht zuletzt durch die authentische Positionierung als attraktiver und innovativer Arbeitgeber.


Ausgewählte Informationen (Abruf 6.05.2013):
Gabler Wirtschaftslexikon: Begriffsdefinition Corporate Social Responsibility bzw. Corporate Volunteering

dokeo GmbH (Hrsg.): Pressemitteilung vom 9.04.2013 zur Verleihung des Deutschen CSR-Preises 2013 (PDF, 0,1 MB)

Bundesministerium für Arbeit und Soziales (Hrsg.): Pressemitteilung vom 25.04.2013 zur Verleihung des CSR-Preises der Bundesregierung

Studie „Corporate Volunteering in Deutschland“ von der American Chamber of Commerce in Germany e.V. und der Roland Berger Strategy Consultants GmbH aus 2011 (PDF, 1,4 MB)

Expertenbefragung "Verbreitung, Entwicklung und Erfolgsfaktoren von Corporate Social Responsibility" des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales aus 2012 (PDF, 4,4 MB)

Studie „Nachhaltige Unternehmensführung – Lage und aktuelle Entwicklungen im Mittelstand“ von der Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Kooperation mit der University of Wuppertal und der Berner Fachhochschule aus 2012 (PDF, 1 MB)

Studie „Corporate Volunteering: Engagement in Bremer Unternehmen“ der Universität Bremen aus 2013 am Beispiel des Bremer „Day of Caring“ 2009, eines der größten unternehmensübergreifenden Corporate Volunteering Programme in Deutschland (PDF, 0,5 MB)

Infopool mit Publikationen und Arbeitsmaterialien von UPJ, einem Netzwerk engagierter Unternehmen und gemeinnütziger Mittlerorganisationen in Deutschland

Beispiel UPJ-Netzwerk: Auflistung gemeinnütziger Mittler-Organisationen zur Förderung von Programmen bzw. Projekten zwischen Unternehmen, Organisationen bzw. Verwaltungen

Homepage Andreas Dotzauer Beratung | Training | Coaching


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