Donnerstag, 27. Februar 2014

Karrieremanagement: Generelle Empfehlungen für die berufliche Neuorientierung

Neben mangelnden Karriereperspektiven oder drohendem Jobverlust führt nach einer aktuellen Umfrage auch Stress bzw. mangelnde Work-Life-Balance dazu, dass sich Arbeitnehmer nach einer neuen Beschäftigung umsehen. Wie stellt man die Weichen für eine berufliche Neuorientierung?

Verschiedene Motive

Regelmäßig greifen Veröffentlichungen das Thema berufliche Neuorientierung auf. Beispielsweise berichtet Spiegel Online von einem Spitzengastronom, der auf schlechte Arbeitsbedingungen und das Gefühl des Ausgebranntseins reagiert und nun mit einer mobilen Bäckerei Wochenmärkte bereist.
Der vermeintliche Traumjob kann jedoch auch enttäuschen und zur Rückkehr in das herausfordernde Umfeld einer Wirtschaftskanzlei bewegen.
Selbst Managerkarrieren können unerwartet verlaufen. Das Wirtschaftsmagazin brand eins veröffentlichte kürzlich ein interessantes Interview mit Hartmut Ostrowski: Der ehemalige Vorstandsvorsitzende von Bertelsmann spricht darin ungewohnt offen über die erlebten Heraus- und Überforderungen als Topmanager sowie über seinen Neustart nach dem Rücktritt.
Die Alternative Selbstständigkeit wird ebenfalls immer wieder thematisiert.
Fazit: Der Königsweg existiert nicht. Wichtig ist, sich intensiv und proaktiv um seine berufliche Entwicklung zu kümmern.

Sorgfältige Reflexion

Entscheidend ist aus meiner Sicht die intensive Reflexion des Veränderungswunsches. Eine „Flucht“ kann schnell gelingen. Sie birgt jedoch die Gefahr, sich anschließend in einem vergleichbaren (demotivierenden) Arbeitsumfeld wiederzufinden. Nicht vergessen werden sollte, zunächst alle Möglichkeiten der Positionierung bzw. Veränderung im bisherigen Unternehmen zu prüfen (u.a. Zugang zu Karrierewegen (Fachkarriere etc.), Versetzung etc.). Erster Ansprechpartner sollte die eigene Führungskraft sein. Oft ist die Einbindung der internen Personalentwicklung hilfreich. Hinsichtlich der Tragweite der Entscheidungen (sie prägen die nächsten Jahre) kann die Unterstützung durch einen externen erfahrenen Berater bzw. Coach zielführend sein.

Wichtige Leitfragen

Folgende Fragen helfen, Vorhaben bzw. Motive zu ergründen und geeignete Ziele abzuleiten:
  • Was macht mich konkret unzufrieden (Blick zurück, Bestandsaufnahme)?
  • Welchen Mehrwert soll die berufliche Tätigkeit bieten (Blick nach vorn, Ziel-/Bewertungskriterien)?
  • Welche Stärken (und ggf. Entwicklungsfelder) zeichnen mich aus (Grundlage für abzuleitende Strategie bzw. Positionierung)?
  • Wie ist mein persönliches Umfeld gestaltet, welche Erwartungen werden an mich gestellt, was ist mir wichtig (Passung bzw. Abgrenzung)?
  • Was ist neben der Arbeit noch wichtig, z.B. hinsichtlich sozialem Umfeld (Freunde, Bekannte), Körper/Seele/Geist (Kultur, Hobby, Sport, etc.), Finanzen, etc. (Bausteine der „Identität“, Verträglichkeit mit Zielen)?
  • . . . ?

Ausdauer und Methodenmix zielführend

Nach sorgfältiger Planung des Vorgehens kann mit den konkreten Maßnahmen begonnen werden. Nach erfolglosem Positionierungsversuch im derzeitigen Unternehmen bedeutet das meist, sich extern zu bewerben. Dabei ist ein Mix verschiedener Bewerbungsaktivitäten bzw. -kanäle (einschließlich hochwertiger Initiativbewerbungen, Einschaltung des eigenen Netzwerkes (sowohl hinsichtlich Suche als auch Empfehlung) oder die Nutzung von Social Media (vgl. in Kürze den separaten Blog-Beitrag)) entscheidend.

Viel Erfolg bei Ihrer proaktiven Karrieregestaltung!


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Veranstaltungstipp: Seminar bzw. Training "Bewerbung, Vorstellungsgespräch, Assessment Center (AC)" 

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