Donnerstag, 10. April 2014

Bewerbungsstrategie: Karrierechancen mit Social Media erhöhen

Manchmal entwickelt sich die berufliche Karriere trotz hohem Einsatz nicht wie erwartet. Die direkte Führungskraft kommt ihrer Rolle als Förderer bzw. Mentor nicht immer nach. Oft verunsichern Arbeitsverdichtung und schleichender Stellenabbau zusätzlich. Diese Praxisbeispiele zeigen: Es gibt gute Gründe, sich gezielt mit der eigenen Karriere zu beschäftigen bzw. sie aktiv voranzutreiben. Wie können dabei die Erfolgschancen erhöht werden?

Chancen sichern

Durch die proaktive Suche nach neuen beruflichen Herausforderungen wird ein Verharren in resignativer (Pseudo-)Zufriedenheit vermieden. Der Einsatz von Social Media (insbesondere von sozialen Netzwerken) erhöht die Erfolgschancen einer beruflichen Neuorientierung. Denn Unternehmen setzen bei der Personalgewinnung im Rahmen des sog. E-Recruiting ebenfalls auf den Einsatz von Social Media. Der Grund ist einfach: Unternehmen spüren die Auswirkungen des demografischen Wandels (und ggf. auch des  Unterlassens ausreichender Aktivitäten zur authentischen Profilierung als attraktiver Arbeitgeber). Daher bemühen sie sich zunehmend proaktiv um geeignete Kandidaten im Internet (sog. Active Sourcing). Und darauf kann man die eigene Bewerbungsstrategie abstimmen.

Suchstrategie der Unternehmen

Aus dem Active Sourcing Report 2013 des Institute for Competitive Recruiting (ICR) lässt sich u.a. Folgendes ableiten:
  • Proaktiv suchen Unternehmen insbesondere in den Bereichen IT, Ingenieure bzw. technische Berufe, Vertrieb, Führung und Personal.
  • Zu den bevorzugten Einstellungsquellen zählen neben Jobbörsen und den eigenen Unternehmens- bzw. Karriereseiten – mit etwas Abstand auf dem 3. Platz – Social Media-Netzwerke: Bereits ein Zehntel der Stellen wird über den Einsatz von Social Media besetzt.
  • Die besten Ergebnisse erzielen die Recruiter mit Xing, gefolgt von CV Datenbanken (z.B. Experteer, Monster oder Stepstone) und LinkedIn.

Eigene Bewerbungsstrategie optimieren

Für das eigene Vorgehen bedeutet das insbesondere:
  • Einen geeigneten Mix üblicher Verfahren (Bewerbung auf Stellenausschreibungen, Empfehlungen über das eigene Netzwerk, sorgfältige Initiativbewerbungen etc.) wählen, ggf. von Zeit zu Zeit die Gewichtung anpassen.
  • Beim Xing-Profil die Einstellungen hinsichtlich der „Karrierewünsche“ bearbeiten (Grad der Offenheit hinsichtlich Jobsuche bzw. Ansprache sowie Sichtbarkeit (Auffindbarkeit in Suchmaschinen), bevorzugte Arbeitsorte, Branche, Tätigkeitsfeld etc.).
    Falls noch kein Xing-Profil genutzt wird, sollte überlegt werden, ob es die Such- bzw. Bewerbungsaktivitäten nicht doch hilfreich unterstützen könnte: Ein im Internet freigeschaltetes Xing-Profil kann ähnlich wie eine eigene Homepage wirken. Zudem bietet Xing mit dem sog. Portfolio eine weitere Möglichkeit, sich professionell zu präsentieren.
  • Als weiterer Schritt kann die Nutzung kostenfreier CV-Datenbanken der großen Jobbörsen bzw. weiterer Karriereportale (i.d.R. kostenpflichtig) in Betracht kommen. Dadurch resultiert jedoch zusätzlicher Pflegeaufwand. Zudem ist nicht immer nachvollziehbar, wer die Daten wie nutzt. Oftmals werden sie an Headhunter, Personalberater, Recruiter etc. weiterverkauft.

Karrierestrategie als generelle Grundlage

Der skizzierte Social Media-Einsatz ergänzt bzw. optimiert die Aktivitäten. Entscheidend ist, sich vorab eine geeignete Karrierestrategie zu überlegen. Dazu sollten Interessen, bisherige Erfahrungen, Stärken und Entwicklungsfelder, Chancen und Risiken (derzeitiger bzw. potenzieller Job) etc. hinterfragt werden. So lassen sich die Gefahren einer wenig planvollen „Flucht“ (und damit wahrscheinlicher weiterer Enttäuschungen) deutlich reduzieren. Bei den Überlegungen kann ein erfahrener Berater bzw. Coach hilfreich sein.

Besonderer Tipp: Poachee, Truffls, About.me & Co.

Folgende Plattformen (die vielleicht noch nicht so bekannt sind) können nützlich sein:
  • Poachee (von to poach = abwerben) wurde 2012 gegründet und wirbt mit dem Slogan „Get a better job!“. Auf der pfiffigen Plattform kann man im Rahmen einer „passiven Jobsuche“ anonym sein Kurzprofil bzw. seinen Karrierewunsch kostenfrei und mit wenig Aufwand hinterlegen. Hat ein suchendes Unternehmen Interesse, kann über Poachee die Kontaktaufnahme erfolgen.
  • Truffls ist ein junges Startup und wirbt mit dem Slogan „Lebenslauf trifft Traumjob“. Die Plattform ermöglicht den Upload des Lebenslaufs via Xing oder Facebook. In kurzer Zeit erfolgt ein Matching mit passenden Jobangeboten, das sich weiter verfeinern lässt.
  • About.me ist eine Art Visitenkarte im Netz. Wenn Sie bereits im Internet aktiv sind und beispielsweise mehrere Profile besitzen, lassen sich diese Informationen durch about.me mit geringem Aufwand übersichtlich an einer zentralen Stelle zusammenführen und wirkungsvoll präsentieren.
Darüber hinaus bieten Twitter, ein eigenes Blog, Diskussionsforen etc. natürlich ebenfalls Möglichkeiten, sich als Experte zu präsentieren (sog. Personal Branding).

Positionierung

Bevor man durch eine Eigenkündigung Fakten schafft, sollte zudem überprüft werden, welche Chancen eine (stärkere) Positionierung beim derzeitigen Arbeitgeber bietet. Dabei ist wichtig, konkret zu verhandeln und getroffene Vereinbarungen (z.B. mittelfristiger Entwicklungsplan) möglichst schriftlich zu fixieren.

Abrundung der Aktivitäten und Fazit 

Entscheiden Sie sich für die berufliche Neuorientierung, ist hilfreich, das eigene Netzwerk einzubinden. So erfährt man frühzeitig von offenen Stellen bzw. kann im Rahmen von betrieblichen Empfehlungsprogrammen („Mitarbeiter werben Mitarbeiter“) empfohlen werden.
Und obwohl der Aufwand für „gute“ Initiativbewerbungen hoch ist, lohnt sich ihr Einsatz: Im Falle einer grundsätzlichen Passung ist mit wenig Konkurrenz durch andere Kandidaten zu rechnen.

Natürlich wäre besser, wenn sich Unternehmen insbesondere um ihre Leistungsträger intensiver kümmern würden bzw. wenn sich Fluktuation vermeiden ließe. Leider ergibt sich diese Win-win-Situation in der Realität nicht immer: Talente werden oft zu wenig gefördert, betriebswirtschaftlicher bzw. regulatorischer Druck verdrängt Talent Management bzw. Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung zusätzlich. Daher viel Erfolg beim Ergreifen Ihrer beruflichen Chancen!


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