Mittwoch, 19. August 2015

Vom Führen und Dirigieren

In einem aktuellen manager magazin-Beitrag wird die Frage gestellt, was Manager von Dirigenten lernen können. Meiner Meinung nach einiges.

So geht es u.a. um das möglichst perfekte Zusammenspiel von Solisten und Orchester. Ein weiteres Thema ist Vorbild bzw. Akzeptanz. Wahrscheinlich kann der Dirigent nur wenige der im Orchester vertretenen Instrumente spielen. Dafür trägt er einen Großteil der Verantwortung für menschliche und wirtschaftliche Themen. So gibt er eben nicht nur den Takt vor, er wählt Musiker bzw. Stücke aus, erweitert Repertoire und Renommee, plant die Auftritte u.v.a.m. Darüber hinaus prägt der Dirigent maßgeblich die Atmosphäre in Proben bzw. bei Aufführungen.

Im Zusammenhang mit Führung wird diese "musikalische Metapher" öfter verwendet. Beispielsweise haben Heidbrink und Jenewein (2011) in ihrem Buch "High-Performance-Organisationen" eine Fallstudie über das Lucerne Festival Orchestra veröffentlicht.

Es müssen also nicht immer die beliebten Analogien zum Sport gezogen werden. Zudem wird deutlich: Gerade in den entscheidenden Momenten ist das motivierte, qualifizierte und eingespielte Team selbstverantwortlich und zu Recht der eigentliche Star – und nicht der am Spielfeldrand stehende Trainer, der Dirigent vorn am Pult oder eben die Führungskraft. Sie haben ihre exzellenten Führungsleistungen (hoffentlich) bereits im Vorfeld erbracht.

Ausgewählte Literaturhinweise (Abruf 19.08.2015)
Wie man in Organisationen erfolgreich eine menschliche Hochleistungskultur etabliert:
Heidbrink, M./Jenewein, W. (2011): High-Performance-Organisationen. Wie Unternehmen eine Hochleistungskultur aufbauen, Stuttgart: Schäffer-Poeschel 

Wie sich die Herausforderungen der Zukunft der Arbeit erfolgreich gestalten lassen:
Widuckel, W./de Molina, K./Ringlstetter, M. J./Frey, D. (Hrsg.) (2015): Arbeitskultur 2020. Herausforderungen und Best Practices der Arbeitswelt der Zukunft, Wiesbaden: Springer Fachmedien

Bei Interesse an weiteren Fallstudien – u.a. zur Reflexion des (eigenen) Führungshandelns oder zum Einsatz im Rahmen der Führungskräfteentwicklung:
Domsch, M. E./Regnet, E./Rosenstiel, L. v. (Hrsg.) (2012): Führung von Mitarbeitern. Fallstudien zum Personalmanagement, 3. überarb. Aufl., Stuttgart: Schäffer-Poeschel
Kaudela-Baum, S./Nagel, E./Bürkler, P./Glanzmann, V. (Hrsg.) (2011): Führung lernen. Fallstudien zu Führung, Personalmanagement und Organisation, Berlin/Heidelberg: Springer

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